Bedrohtes Begehren. Queeres Leben im geteilten Berlin, 1945–1970 – Dr. Andrea Rottman liest aus ihrem neuen Buch

Lesung, Lyrik & Gespräch  —  Museum Reinickendorf

26.03.2026
18:30 Uhr

Hannah-Höch-Raum
Museum Reinickendorf
Alt-Hermsdorf 35, 13467 Berlin

Die Veranstaltung ist entgeltfrei.
Wir bitten um Anmeldung.
Kontakt: 030 902946460 oder

Andrea Rottmann, „Bedrohtes Begehren. Queeres Leben im geteilten Berlin, 1945–1970“ BreBa Wissenschaft Verlag (2026)
Andrea Rottmann, „Bedrohtes Begehren. Queeres Leben im geteilten Berlin, 1945–1970“ BreBa Wissenschaft Verlag (2026)

Für queere Menschen, also für diejenigen, die gleichgeschlechtlich liebten oder Geschlechtergrenzen überwanden, war Berlin nach 1945 ein besonderer Ort. Auch in den konservativen 1950er und 1960er Jahren fanden lesbische, schwule und trans Berliner*innen in Ost und West Raume, sich kennen- und lieben zu lernen, flirteten in Kneipen und tanzten auf Bällen, fanden in öffentlichen Toiletten, Parks und Bahnhöfen flüchtigen Sex, lebten Beziehungen in der gemeinsamen Wohnung und gingen im Gefängnis erotische Abenteuer und Liebesbeziehungen ein. Im Zentrum dieses Buchs stehen ihre Geschichten, oft von ihnen selbst erzählt. Die Autorin zeichnet ein neues, facettenreiches Bild der Möglichkeiten und Grenzen anderen Lebens und Liebens in der Frontstadt des Kalten Krieges, die trotz der nationalsozialistischen Zerstörung queerer Kulturen bald wieder zum Zentrum Europas für diejenigen wurde, die nicht in normative Vorstellungen von Geschlecht, Sexualität und Familie passten. Die Einblicke in ihre zwischen Unauffälligkeit und Skandalisierung, Privatheit und Öffentlichkeit gelebten Leben verdanken sich zahlreichen Oral-History-Interviews, privaten Dokumenten wie Tagebüchern und Fotografien und staatlichen Archivmaterialien.

Andrea Rottmann, geboren 1983, studierte in Berlin Geschichte und Nordamerikastudien und promovierte in Ann Arbor an der University of Michigan zur queeren Geschichte Berlins. Ihr Buch »Queer Lives Across the Wall« wurde mit dem First Book Prize des Waterloo Center for German Studies ausgezeichnet. Nach freiberuflicher Tätigkeit u. a. für Museen forscht und lehrt sie seit 2021 an der Freien Universität Berlin zur Geschlechter- und Sexualitätengeschichte.
Quelle: bebra-wissenschaft.de

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